Marktreport · Aufzüge

Aufzugsmarkt Deutschland 2026: Neubau, Modernisierung und Betrieb.

Aufzüge sind sicherheitskritische Infrastruktur und ein Lebenszyklusmarkt. Der Report ordnet Branchenstruktur, aktuelle Prüfdaten und die Projektfenster für Anlagen, Komponenten, Modernisierung, Steuerung und Service ein.

01 · Marktbild

Der deutsche Aufzugsmarkt verbindet Neuanlage, Modernisierung und dauerhaften Service.

Der VDMA nennt für Aufzüge und Fahrtreppen in Deutschland 3,5 Milliarden Euro Umsatz, rund 17.000 Arbeitsplätze und etwa 600 Unternehmen auf Datenbasis 2023. Der zuständige Fachverband vertritt knapp 90 Mitgliedsunternehmen, die nach eigener Angabe rund 90 Prozent des deutschen Aufzugs- und Fahrtreppenmarkts repräsentieren. Die Abweichung zwischen beiden Unternehmenszahlen zeigt: Branchenstatistiken und Verbandsabdeckung sind nicht dasselbe.

Aufzüge werden über Jahrzehnte betrieben. Deshalb liegt der Markt nicht nur in neuen Schächten, sondern in Ersatzanlagen, Teilmodernisierung, Steuerung, Türen, Antrieb, Notruf, digitalem Monitoring und Service. Für Hersteller müssen Neubau- und Bestandschancen getrennt recherchiert werden, weil Anlässe, Datenlage, Beteiligte und Beschaffungswege deutlich voneinander abweichen.

02 · Anlagenbestand

723.270 Prüfungen machen den Umfang des Bestands sichtbar – nicht automatisch dessen Investitionsbereitschaft.

Der Anlagensicherheitsreport 2026 des TÜV-Verbands wertet 723.270 im Jahr 2025 geprüfte Aufzüge aus. 10,8 Prozent hatten erhebliche und 0,8 Prozent gefährliche Mängel; rund 3.000 Anlagen wurden unmittelbar stillgelegt, weil Mängel nicht sofort behoben werden konnten. Nur 23,7 Prozent waren zum Prüfzeitpunkt mängelfrei.

Diese Zahlen zeigen Sicherheits- und Instandhaltungsrelevanz, dürfen aber nicht in eine pauschale Zahl möglicher Modernisierungen übersetzt werden. Mängel können unterschiedlich schwer, kurzfristig behebbar oder bereits bearbeitet sein. Ein konkretes Vertriebsprojekt benötigt zusätzlich Betreiber, Anlage, Maßnahme, zeitlichen Horizont und einen offenen Beschaffungsweg.

Beleggrenze: Eine statistische Mängelquote ist kein Projektbeleg. EAQOR meldet nur anlagen- oder objektbezogene Modernisierungssignale mit nachvollziehbarer Quelle.

03 · Neubau

Im Neubau entscheiden Nutzung, Verkehrsleistung und Gebäudeplanung früh über das System.

Geschosse, Förderhöhe, Personen- und Güterströme, Barrierefreiheit, Betten- oder Lastentransport, Wartezeiten und Redundanz formen das Anlagenkonzept. Schachtgeometrie und Grundriss werden früh festgelegt; spätere Änderungen greifen tief in Architektur, Tragwerk und TGA ein. Hersteller mit planungsrelevanten Systemvorteilen benötigen daher Signale vor der fertigen Ausschreibung.

Relevante Projektsegmente reichen von Wohn- und Bürohochhäusern über Hotels und Krankenhäuser bis zu Logistik-, Industrie- und öffentlichen Gebäuden. Die Anzahl der Geschosse allein reicht nicht. Nutzung und Förderaufgabe entscheiden, ob Personen-, Betten-, Lasten-, Feuerwehraufzug oder eine besondere Anlagenkombination benötigt wird.

04 · Modernisierung

Im Bestand entstehen Chancen aus Verfügbarkeit, Sicherheit, Nutzung und Portfolioentscheidungen.

Modernisierung kann durch Störungen, Ersatzteilverfügbarkeit, Energie- und Komfortziele, neue Nutzung, Barrierefreiheit, digitale Überwachung oder eine gebäudeweite Sanierung ausgelöst werden. Je nach Zustand reicht das Spektrum von einzelnen Komponenten bis zur vollständigen Ersatzanlage. Ohne Anlagendaten und Betreiberziel bleibt die passende Lösung offen.

Besonders aussagekräftig sind veröffentlichte Sanierungsprogramme, Planungsvergaben, Objektankäufe mit Capex-Programm, Aufstockungen und Erweiterungen, konkrete Maßnahmen nach Prüfungen sowie Ausschreibungen für Modernisierung oder Service. Ein bloßes Baujahr ist nur ein Suchfilter, kein bestätigter Bedarf.

  • Objekt- oder Portfoliosanierung
  • Aufstockung, Erweiterung oder Nutzungsänderung
  • belegte Verfügbarkeits- und Obsoleszenzprobleme
  • Planung für Barrierefreiheit oder geänderte Verkehrsströme
  • Neuordnung von Service, Monitoring oder Betreiberstandard

05 · Vertriebsrelevanz

Neubau, Modernisierung und Service brauchen eigene Research-Profile.

Ein Neuanlagenanbieter sucht andere Projekte und Einflussfenster als ein Komponentenhersteller oder Modernisierungsspezialist. EAQOR definiert deshalb Anlagenarten, Nutzungen, Mindestgrößen, Regionen, Bestandsanlässe und Zielrollen getrennt. Erst danach werden öffentliche Projekt-, Objekt- und Unternehmensquellen geprüft.

Der daraus entstehende Beteiligtenpfad trennt Eigentümer, Betreiber, Verwaltung, Facility Management, Architektur, Fachplanung, Projektsteuerung, GU und Servicepartner. Die nächste Aktion folgt dem offenen Punkt: Förderaufgabe klären, Modernisierungsumfang verstehen, Planer identifizieren oder eine bevorstehende Vergabe beobachten.

Quellen · Weiterführend

Primärquellen und fachliche Orientierung.

Die verlinkten Stellen dienen der fachlichen Einordnung. Projektbezogene Aussagen brauchen stets einen eigenen, aktuellen Quellencheck.

FAQ

Häufige Fragen.

Wie groß ist der Aufzugsmarkt in Deutschland?

Der VDMA nennt auf Datenbasis 2023 rund 3,5 Milliarden Euro Umsatz, 17.000 Arbeitsplätze und etwa 600 Unternehmen für Aufzüge und Fahrtreppen.

Wie viele Aufzüge wurden 2025 geprüft?

Der Anlagensicherheitsreport 2026 umfasst 723.270 Prüfungen. Diese Zahl beschreibt Prüfungen, nicht automatisch den gesamten Anlagenbestand oder konkrete Modernisierungsvorhaben.

Welche Signale zeigen eine Aufzugsmodernisierung?

Konkrete Sanierungsplanung, Nutzungsänderung, Aufstockung, belegte technische Maßnahmen, Modernisierungsvergabe oder ein Portfolio-Capex-Programm sind belastbarer als Baujahr oder allgemeine Mängelstatistik.

Nächster Schritt

Welche Aufzüge-Projekte passen zu Ihrem Angebot?

EAQOR übersetzt Marktbewegung, Nutzung, Projektphase, Systemfit und Beteiligte in ein belastbares Research-Profil für Ihren Objektvertrieb.

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